Bei der Nutzung von Silomais als Zweitfrucht liegt der Aussaattermin zwischen Ende Mai und Mitte Juni. In Energiefruchtfolgen dient als Vorfrucht häufig Getreide-GPS oder ein Grünroggen. Durch die Doppelernte ist es möglich, einen hohen Energieertrag je Hektar zu erreichen als beim Anbau von nur einer Hauptfrucht. Die ausreichende Wasserversorgung ist dabei sehr wichtig und gleichzeitig der limitierende Faktor für das System. Nur wenn der Boden nach der Ernte der ersten Frucht über genug Wasser verfügt, können die Keimung und die optimale Jugendentwicklung des Maises gewährleistet werden. Um die vorhandene Feuchtigkeit nach der Ernte der Erstfrucht im Boden zu speichern, bietet sich eine pfluglose Bodenbearbeitung oder Mulchsaat zur Maisaussaat an. Das Saatbett sollte feinkrümelig und nicht zu trocken sein, um einen möglichst schnellen, homogenen Feldaufgang zu ermöglichen.
Wichtig bei der Spätsaat ist die richtige Sortenwahl! Die Siloreife muss in der verbleibenden Vegetationszeit verlässlich erreicht werden. Deshalb kommen Sorten in Frage, die eine niedrige Reifezahl haben im Vergleich zu Sorten, die in Normalsaat auf dem gleichen Standort reifen. Erfahrungsgemäß sollte bei einer Spätsaat die Reifezahl der Sorte 30 bis 40 Reifepunkte niedriger sein.
Vorteile des Zweitfruchtmaisanbaus
- Optimale Ausnutzung der Vegetationsperiode
- Erhöhung des Futter- und Substratertrags pro Fläche
- Zusätzliche Verwertungsmöglichkeit für organische Düngung
- Entlastung der betrieblichen Lagerkapazitäten für organische Dünger
- Beitrag zur Erfüllung von Auflagen im Rahmen der Agrarförderung
- Erweiterung der Fruchtfolge
- Diversifizierung des Anbausystems
Durch eine späte Saat in einem garen Boden wird die Keimung des Maises beschleunigt. Dadurch sind die Pflanzen schneller konkurrenzfähig gegen Unkraut. Trotz kürzerer Vegetationsperiode bringt Zweitfruchtmais oftmals höhere Erträge im Vergleich zu Alternativkulturen. Mehr Futter auf der gleichen Fläche kann der Landwirt erreichen, wenn zuvor ein Grasschnitt oder ein Wintergetreide zum Einsilieren geerntet wird.
Risiken von späten Saaten
- Spätsaaten im Mai sind besonders von Fritfliegenschäden gefährdet, die den Mais im ersten und zweiten Laubblattstadium befällt.
- Bei Frühjahrstrockenheit hinterlässt die Vorfrucht eine geringere Bodenfeuchte, was die Etablierung der Zweitfrucht erschwert.
- Ein Risiko ist außerdem, dass die Sorte in der Vegetationsperiode nicht reif wird. Deshalb müssen unbedingt Sorten gewählt werden, die eine niedrigere Reifezahl haben, im Vergleich zur Normalsaat.
Mit Mais im Zweifruchtanbau kann das Risiko eines Ertragsausfalles bei Trockenheit reduziert werden. Für Betriebe mit wenig Grünland ist die Kombination aus hochwertigem Grobfutter aus Getreide-GPS und Maissilage zudem eine gute Variante, um die Versorgung mit hochwertigem Grundfutter im Betrieb zu sichern.
Unsere Maissorten für den Zweitfruchtanbau:
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So gelingt der Anbau von Zweitfruchtmais
Standortwahl
Für einen erfolgreichen Zweitfruchtmaisanbau ist die richtige Standortwahl entscheidend.
- Voraussetzung für das System sind Standorte mit einer gesicherten Wasserversorgung.
- Ein großer Teil des Bodenwasservorrats wird von der Hauptkultur verbraucht, so dass der Wasserbedarf vor allem für den Feldaufgang der Zweitkultur hauptsächlich durch Niederschläge gedeckt werden muss.
Sortenauswahl
Bei der Entscheidung für die Sortenwahl im Zweitfruchtanbau ist es entscheidend, der verkürzten Vegetationszeit angemessen zu begegnen. Dies erfordert besondere Aufmerksamkeit, um sicherzustellen, dass die Reifegruppe der gewählten Sorte optimal auf die regionalen klimatischen Bedingungen des Standortes, die durchschnittliche Wärmesumme am Standort sowie den Aussaattermin abgestimmt ist:
- Auf wärmeren Standorten können mittelfrühe Sorten oft noch als Zweitfrucht angebaut werden.
- Auf weniger warmen Standorten, z.B. in norddeutschen Anbaugebieten, sind nur frühe Sorten mit geringer Reifezahl geeignet. Grundsätzlich gilt: Je später die Vorfrucht räumt und die neue Aussaat folgt, desto kürzer sollte die Vegetationszeit der Sorte sein.
Boden- und Saatbettbereitung
Für die Bodenbearbeitung gilt: so schonend wie möglich, so wendend wie nötig, um die Restfeuchte des Bodens zu erhalten.
Vor allem bei trockenen Bedingungen sollte eine Mulchsaat immer bevorzugt werden. Diese Form der schonenden Bodenbearbeitung hat sich im Maisanbau gut etabliert. Sollte trotzdem ein Pflugeinsatz erforderlich sein, muss die Aussaat direkt im Anschluss erfolgen. Grundlage für die Aussaat ist ein feinkrümeliges und gut rückverfestigtes Saatbett wichtig, um die Kapillarität des Bodens aufrechtzuerhalten und eine unnötige Austrocknung des Bodens zu verhindern.
Aussaat
- Für eine gute Bestandsetablierung wird eine maximale Aussaatstärke von 8 – 10 Samen / m² empfohlen. Höhere Bestandsdichte sollte nicht angestrebt werden.
- Eine zu hohe Bestandsdichte hat einen negativen Einfluss auf die Abreife des Kolbens und führt zu einer verzögerten Ernte.
- Gleichzeitig führt dies zu einer unnötigen Konkurrenz um die Wasserverfügbarkeit zwischen den einzelnen Pflanzen. Dies wirkt sich wiederum negativ auf den Ertrag aus.
- Die Saattiefe sollte 4-5 cm betragen.
Düngung
- Grundsätzlich gilt: Mais hat ein sehr hohes Ertragspotenzial, stellt aber hohe Ansprüche an eine bedarfsgerechte Nährstoffversorgung, vor allem bei Phosphor und Kalium.
- Das Ertragsniveau von Zweitfruchtmais ist in der Regel niedriger als das von Hauptfruchtmais. Im Umkehrschluss bedeutet dies auch, dass der Nährstoffentzug von Zweitfruchtmais geringer ist. Dies muss bei der Düngebedarfsermittlung berücksichtigt werden.
- Bei reduzierter Ertragserwartung ist der Stickstoffdüngebedarf entsprechend zu reduzieren und zusätzlich die üblichen Zu- und Abschläge z.B. für Nmin zu ermitteln.
- Aufgrund der geringen Entzüge sinkt auch der Phosphatbedarf. Je nach Standort und vorherrschenden Bodentemperaturen kann daher die Unterfußdüngung ebenso reduziert werden.
Pflanzenschutz
- Für die Unkrautbekämpfung im Zweitfruchtmais stehen die üblichen Herbizid Produkte zur Verfügung, die auch im Hauptfruchtmaisanbau eingesetzt werden. Wichtig ist es, die Auflagen der einzelnen Produkte zu beachten.
- Je nach Vorfrucht und Grad der Verunkrautung kann eine Vorbehandlung mit einem Totalherbizid sinnvoll sein, um schwer bekämpfbare Unkräuter und Ungräser zu beseitigen.



